Blick auf den Palermo Mercato Del Capo

Die Quattro Canti in Palermo: Mehr als eine Straßenkreuzung

Während Ihres Bummels durch Palermo werden Sie an vielen größeren und kleineren Plätzen vorbeikommen. Auf dem einen oder anderen verweilen Sie, vielleicht gönnen Sie sich auch einen Espresso und eine köstliche kleine Nascherei. Dabei sehen Sie den Passanten beim Flanieren zu und lassen Ihren Blick über die umliegenden Fassaden schweifen. Wenn Sie allerdings die Piazza Palermo Quattro Canti erreichen, sollten Sie sich bewusst etwas Zeit nehmen. Denn diese Straßenkreuzung hat nicht nur eine ganz besondere Geschichte. Sie besticht auch durch ihre einzigartige Gestaltung.

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Die Geschichte der Piazza Palermo Quattro Canti

Wussten Sie, dass die Spanier lange Zeit in Palermo das Sagen hatten? Auf sie ist auch die Entstehung der Quattro Canti im 17. Jahrhundert zurückzuführen. Ausgangspunkt für den heutigen Platz war der Cassaro, seit dem 9. Jahrhundert Palermos Hauptverkehrsader.

Inzwischen heißt die Straße Corso Vittorio Emanuele. Im 17. Jahrhundert wurde der Corso jedenfalls verbreitert und in Richtung Ostnordost bis zum Meer hin verlängert. Die Kreuzung des Palermo Quattro Canti entstand schließlich, als der spanische Vizekönig Maqueda im rechten Winkel zum Corso Vittorio Emanuele die Via Nuova bauen ließ. Diese trägt heute passenderweise den Namen Via Maqueda.

Palermo-Quattro-Canti-Streetview
Photo by Cristina Gottardi on Unsplash

Dort, wo sich die beiden Straßen treffen, wurde schließlich die Piazza Palermo Quattro Canti gestaltet. Der Name ist etwas irreführend: Übersetzt bedeutet er "Vier Ecken". Tatsächlich ist die Piazza jedoch achteckig. Quattro Canti ist ohnehin der inoffizielle Name dieses architektonischen Kleinods.

Eigentlich heißt der Platz Piazza Vigilena, in Anlehnung an den spanischen Vizekönig Juan Fernandez Pacheco de Villena. Er engagierte den florentinischen Architekten Giulio Lasso für den Bau der vier Palazzi, die den Platz einfassen.

Kutsche an der Quattro Canti in Palermo
Foto: © krivinis / Shutterstock.com

Barocke Architektur trifft modernen Großstadt-Trubel

Giulio Lasso hatte bereits einen klangvollen Namen als Bildhauer und Architekt, als er mit dem Bau der vier Paläste an der Piazza Palermo Quattro Canti beauftragt wurde. Er begann 1608 mit den Arbeiten. Die Vollendung seines Hauptwerks im Jahr 1620 erlebte er nicht mehr: Lasso starb 1612 in Palermo. An seiner Stelle macht Mariano Smiriglio die imposanten Bauwerke fertig, die als Paradebeispiel des sizilianischen Barock gelten.

Toruisten auf der Quattro Canti Kreuzung in Palermo
Ein beliebter Platz für Touristen sind die Quattro Canti
Foto: © Robin Marx - BnB Dolcevita

Am besten erfassen Sie die Kunstfertigkeit der außergewöhnlichen Fassadengestaltung mit ein wenig Abstand. Stellen Sie sich zur ganzheitlichen Betrachtung eines der vier Paläste am besten auf die gegenüberliegende Straßenseite.

Auf den ersten Blick muten die Prachtbauten gleichförmig an. Sie haben in der Tat zahlreiche Gemeinsamkeiten. Dazu gehören die konkaven Fassaden, die Unterteilung mittels Säulen und die Brunnen, die die Fronten jeweils schmücken. Doch die Spannung liegt in den fein ausgearbeiteten Details.

Blick in Richtung Corso Vittorio Emanuele
Blick in Richtung Corso Vittorio Emanuele
Foto: © lapas77 – stock.adobe.com
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Starke Symbolik und hohe Würden

Die Palazzi an der Piazza Palermo Quattro Canti beeindrucken mit einer ausgeprägten Symbolsprache, die sich auch in der volkstümlichen Bezeichnung für den Platz widerspiegelt: die Palermitani nennen ihn Teatro del Sole, das Sonnentheater. Denn zu jeder Tageszeit wird eine der Fassaden von der Sonne angestrahlt.

Passend dazu symbolisieren die Brunnen und Statuen an den Palast-Fronten die vier Jahreszeiten Frühling (Süd-Südwest), Sommer (West-Nordwest), Herbst (Nord-Nordost) und Winter (Ost-Südost).

Die Quattro Canti aus der Froschperspektive
Die Quattro Canti aus der Froschperspektive
Foto:© Ppuri and Raw / Shutterstock.com

Mittig befindet sich in jeder Fassade eine zentrale Nische. Darin stehen Statuen der spanischen Könige Karl V., Philipp II., Philipp IV. und Philipp III. Komplettiert wird das Ensemble von den Schutzheiligen Cristina, Ninfa, Oliva und Agatha.

Gehen Sie nun näher heran. Sehen Sie die fein ausgearbeiteten Verzierungen an den Brunnen? Spüren Sie die Liebe zum Detail, die die Bauherren in Ihre Werke fließen ließen? - Einfach beeindruckend, finden Sie nicht? Die Piazza Palermo Quattro Canti ist sicherlich einer der faszinierendsten Plätze Italiens. Geben Sie dem Ensemble Zeit, um seine Wirkung zu entfalten und Träumen Sie sich in eine Epoche zurück, in der edle Herrschaften und prunkvolle Kutschen das Straßenbild der Stadt prägten.

Ein Brunnen mit Statue an den Quattro Canti
Foto:© luigi nifosi/ Shutterstock.com

Unser Tipp:
Mittlerweile ist die Straße Corso Vittorio Emanuele vom Quattro Canti ab in Richtung Ostnordosten bis zur Piazza Marina für Autos abgesperrt und zur Fußgängerzone umfunktioniert worden. Schlendern Sie zu Fuß durch die verkehrsberuhigte Straße und genießen Sie dort in einem der zahlreichen Straßenbars und -imbisse ein kühles Getränk, einen Caffè oder das parlemitanische Street Food.

Stadtkarte mit den Quattro Canti

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